Sujet: Ernst Bliem
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Per Anhalter durch die Galaxis

mit Helmut Fröhlich, Steffen Höld , Ingrid Höller , Sabine Kistler , Tom Pohl , Andre Settembrini
Regie: Stefan Kurowski
Bühne: Jan Freese, Ursula N. Müller
Kostüme: Renate Schuler
Lichtgestaltung: Peter Thalhammer
Musik: Wolfgang Peidelstein
Premiere: 05.03.1998 Saal

Wie reagiert ein Bautrupp auf ein Haus, das dem Bau einer Umgehungsstraße im Wege steht? Mit dem Bulldozer. Wie reagiert eine intergalaktische Bauflotte auf einen Planeten, der einer Hyperraum-Expreßroute im Wege steht? Mit einer ordentlichen Ladung Dynamit. Exakt das widerfährt einem Planeten mit dem saublöden Namen Erde. Mit dieser kleinen Katastrophe läßt Douglas Adams seine aberwitzige Hitch-Hiker-Story beginnen und schickt seinen Helden Arthur Dent, dem man seinen Heimatplaneten buchstäblich unterm Hintern weggesprengt hat, auf eine abenteuerliche Reise durch Raum und Zeit.

"Per Anhalter durch die Galaxis", das ist einen außerordentlich vergnügliche Science-Fiction-Satire und die Antwort auf den Wahnsinn des Lebens, wie wir es kennen. Douglas Adams zeigt das ganze Universum als ein Tollhaus, um keinen Deut besser als die Erde. Im Gegenteil, alles ist noch eine Spur unberechenbarer, bizarrer, chaotischer, gemeiner, schneller, ja viel schneller sogar. Douglas Adams schreibt ein Stück Gesellschafts- oder besser Zivilisationskritik. Daß er dabei ohne die Schwere moralinsaurer Belehrung auskommt, stattdessen auf die Leichtigkeit von Witz und Ironie setzt, ist eine Qualität, wie sie vielleicht nur einem Briten gelingen kann. Und wieviel theatralische Substanz liegt in diesem lustvoll anarchischen Untergangsszenario: unüberwindliche Paradoxien, zahlreiche Brüche, eine Geschichte von atemberaubender Geschwindigkeit im Wechsel mit stoischer Ruhe, Figuren in Extemsituationen, pointiert-fetzige Dialoge. Alles in allem keine schlechten Voraussetzungen für ein gutes Stück Theater.

Die hochtechnisierte Welt der Science Fiction trifft im Theater auf einen technischen Minimalismus. Während der Gegenwartsfilm im Umgang mit diesem Genre auf ein Maximum von Technik setzen kann, muß die Bühne sich ganz auf poetische Einfachheit und die Kraft ihrer Behauptung besinnen. Herausforderung und Chance zugleich. "Per Anhalter durch die Galaxis" ist der ironische Kommentar zum Fin de siecle unserer Tage, wie es sich beispielsweise im gegenwärtigen Science-Fiction-Film-Boom zeigt und der zeitgemäße Beitrag des Theater Phönix zum nahen Ende des zweiten Jahrtausends.

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