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30 JAHRE THEATER PHÖNIX

04.11.2019

Was aber gibt dem Text heute noch seine Modernität? Antiautoritär der Ton, rebellisch die Gesinnung, regelüberschreitend die Dramaturgie, das sind die Grundlagen, warum der Text heute noch funktioniert. Die Jungen gegen die Welt der Alten, schrankenlose Individualität gegen staatliche Ordnung, das sind die Konfliktherde, die dramatischen Zunder geben.

 

23 Jahre später hat Schiller nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Es war eine Aufgabe fürs Theater Phönix, Schiller-Stücke auszuwählen, Schiller in seiner Gesamtheit der Texte zu erforschen, herauszufiltern wie viel Feuer in diesen Texten steckt – von den „Räubern" über „Don Karlos" bis hin zu „Wilhelm Tell". Georg Schmiedleitners Schiller-Projekt unternimmt den Versuch, das Feuer und den Zunder aus Schillers Texten „wieder“ herauszukitzeln, sichtbar werden zu lassen, Schiller in seiner Radikalität, seinem „Stürmen und Drängen“ deutlich zu machen. Der Dichter selbst wird zum Wegweiser der eigenen, abenteuerlichen Biographie, wobei er in den Szenen seiner bedeutendsten Stücke brilliert. Stücke, geschrieben in Zeiten des Aufruhrs! Mit diesem Schiller werden wieder Grenzen ausgelotet, Autoritätsprobleme wie Vater/Sohn, Staat/Bürger*innen, Königin/Untergebene stellen wir zur Diskussion …

 

Führen Sie sich das zu Gemüte,

Ihr Harald Gebhartl