© Helmut Walter / Stefan Eibelwimmer
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Draußen vor der Tür

mit Nadine Breitfuß , Martin Brunnemann , Anna Maria Eder , David Fuchs , Sven Sorring
Regie: Caroline Ghanipour
Ausstattung: Peter Engel
Dramaturgie: Sigrid Blauensteiner
Premiere: 04.02.2021
Aufführungsort: Saal

„Ein Mann kommt nach Deutschland. Und da erlebt er einen ganz tollen Film. Er muss sich während der Vorstellung mehrmals in den Arm kneifen, denn er weiß nicht, ob er wacht oder träumt. Aber dann sieht er, dass es rechts und links neben ihm noch mehr Leute gibt, die alle dasselbe erleben. Und er denkt, dass es dann doch wohl die Wahrheit sein muss. Ja, und als er dann am Schluss mit leerem Magen und kalten Füßen wieder auf der Straße steht, merkt er, dass es eigentlich nur ein ganz alltäglicher Film war, ein ganz alltäglicher Film. Von einem Mann, der nach Deutschland kommt, einer von denen. Einer von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist. Und ihr Zuhause ist dann draußen vor der Tür. Ihr Deutschland ist draußen, nachts im Regen, auf der Straße.“ (Vorrede aus Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür)

Die Geschichte Beckmanns, der nach Kriegsende in der Trümmerlandschaft Hamburgs herumirrt, den seine Erinnerungen nicht loslassen, und der versucht, den Verantwortlichen für den Krieg ihre Verantwortung „zurückzugeben“, hatte Wolfgang Borchert innerhalb von nur acht Tagen, im Januar 1947 geschrieben. „Draußen vor der Tür“ wurde am 13. Februar 1947 erstmals als Hörspiel gesendet und war der Beginn einer neuen Epoche in der deutschen Literatur.

Fotos

Draußen vor der TürSujet: Stefan Eibelwimmer / Foto Helmut Walter